Zum Vergleich: Auszug aus dem Verkaufskatalog der Maskenfabrik Heintz&Kühn aus dem Jahr 1938, in dem die beiden Aufsetzköpfe von Vater und Sohn als exklusive Neuheit angeboten wurden.
„Vater und Sohn“ sind die bekanntesten Figuren des Zeichners Erich Ohser (1903–1944). In seinen textlosen Geschichten werden die Erlebnisse eines rundlichen, kahlköpfigen Vaters und seines kleinen Sohnes geschildert. Sie erschienen ab 1934 in der Berliner Illustrirten Zeitung, damals die zweitmeist verbreiteste Illustrierte weltweit. Die Zeichnungen veröffentlichte Ohser unter seinem Pseudonym e.o.plauen, da er wegen seiner politischen Karikaturen in der Weimarer Republik nicht in die Reichskulturkammer aufgenommen wurde und somit quasi mit einem Berufsverbot belegt war. Die Bildergeschichten erschienen bis 1937 und erreichten ein Millionenpublikum. 1944 wurde Erich Ohser aus politichen Gründen von der Gestapo verhaftet und erhängte sich in der Nacht vor der Verhandlung vor dem Volksgerichtshof. In seiner Heimatstadt Plauen steht nicht nur ein Vater- und Sohn-Denkmal, sondern seit 2017 auch eine Fußgängerampel mit den entsprechenden Motiven.